Generell nur zwischen zwei Klebeverfahren unterschieden:

  • einseitiges (Nass-)Klebeverfahren
  • beidseitiges Kontaktklebeverfahren


Bei den einseitigen Nassklebeverfahren wird i.d.R. der Klebstoff auf den Untergrund aufgetragen. Anschließend wird die Dachbahn in den nassen Kleber gelegt. Über einen Zeitraum trocknet/härtet der Klebstoff. Wichtig ist, dass die Dachbahn einen innigen Kontakt zum Klebstoff bekommt, z.B. durch Andrücken.

Bei einer Trocknung muss der Klebstoff durch den Untergrund trocknen, z.B. der ElastoTop Flächenkleber W-1 auf Holz. Andere Kleber wiederum "härten" unter Einfluss von Luft/Luftfeuchtigkeit aus. Der Universalkleber U-1 reagiert mit Luftfeuchtigkeit und muss nicht durch den Untergrund trocknen, so dass dieser auf allen (diffusions-)dichten Materialien angewendet werden kann, wie z.B. lackiertes Holz, Metall, Beton o.ä.

Vorteilhaft beim Nassklebeverfahren ist, dass der Klebstoff nur einseitig aufgetragen wird (Kostenersparnis) und die zunächst noch in der Lage korrigiert werden kann. Letzteres kann bei starkem Wind ein Nachteil sein, da die Bahn nicht sofort gesichert ist.


Das Kontaktklebeverfahren wird immer dann eingesetzt, wenn der Untergrund (diffusions-)dicht ist, wie z.B. Metall, Dämmungen oder Beton. In diesem Verfahren werden Untergrund und Dachbahn mit dem Klebstoff eingestrichen. Nun müssen beide Seiten vollständig ablüften/trocknen. Erst jetzt wird die Dachbahn auf den Untergrund gelegt und abschließend angedrückt.

Die ElastoTop Flächenkleber L-1 und L-1s, aber auch W-1 können im Kontaktklebeverfahren eingestezt werden. Die Unterschiede der verschiedenen Flächenkleber:

  • L-1: Untergrund und Dachbahn müssen trocken sein, der Klebstoff lüftet i.d.R. innerhalb 10-30 Minuten ab und danach komplett trocken (kann sogar betreten werden). Der Untergrund muss beständig gegen die Lösungsmittel sein.
  • L-1s: Analog zum L-1, jedoch mit einer Ablüftzeit von nur 3-10 Minuten
  • W-1: Dachbahn und Untergrund dürfen auch feucht sein, da das Lösungsmittel Wasser ist. Der Klebstoff lüftet zwischen 10 und 60 Minuten ab, abhängig von der Leuftfeuchtigkeit, nicht der Temperatur. Der abgelüftete Kleber ist transparent und permanent klebrig. Kann auf allen Untergründ eingesetzt werden.
  • Vorteilhaft bei dem Kontaktklebeverfahren ist, dass die Bahn nach dem Andrücken sofort fest am Untergrund ist. Die ist wichtig, wenn die Bahn eine Wand hoch geklebt werden soll oder wenn die Bahn bei starkem Wind verlegt wird. Nach dem Andrücken ist die Bahn gesichert. Nachteil ist der höhere Klebstoffverbrauch (Kosten).

Die angegebenen Reichweiten der Klebstoffe sind auf optimale Bedingungen angegeben.


Unabhängig vom Klebstoff beträgt die Auftragsmenge bei glatten, nicht-saugenden Untergründen (z.B. der Dachbahn) bei 0,15-0,2l/m². Wird ein Kontaktklebeverfahren angewendet, ist der Klebstoffverbrauch bei 0,3-0,4l/m².


Beispiele von Klebeverfahren, Klebstoffen und Untergründen:

  • Einseitig W-1 auf OSB: 0,15-0,2l/m²
  • Einseitig W-1 auf Rauspund: 0,2-0,3l/m²
  • Beidseitig W-1 auf OSB oder alu-kaschierter PU-Dämmung: 0,3-0,4l/m²
  • Beidseitig W-1 oder L-1 auf Bitumen oder Porenbeton: 0,4-0,6l/m²


Was beeinflusst noch den Klebstoffverbrauch:

Hohe Temperaturen (>30°C) und geringe Luftfeuchtigkeit lassen den Klebstoff schnell ablüften. Der Flächenkleber L-1 kann manchmal kaum in der notwendigen Geschwindigkeit mit einer Walze gleichmäßig verteilt werden. Mögliche Abhilfe: Ausgießen des Klebers durch eine zweite Person und sofort verteilen. Außerdem möglich, den Kleber mit Aceton (ist das Lösungsmittel im Klebstoff) zusätzlich bis 10% Zugabe verdünnen.

Unsere Klebstoffe sind auf den Einsatz und die Funktion optimiert.


Es gibt reine Flächenkleber W-1 und L-1/L-1s und der Universalkleber U-1.


Die Flächenkleber haben nur die Aufgabe, die Dachbahn in der Position zu halten, wie sie verlegt wurde. Umgebungsbedingungen wie Wind aber auch Temperaturschwankungen oder Schnee und Eis wirken sich auf die Dachbahn aus. Diese Kräfte werden durch den Flächenkleber aufgefangen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob vollflächig verklebt wurde oder bei entsprechender Auflast nur der Randbereich durch Verklebung fixiert wird.

Die Flächenkleber haben nicht die Funktion, die Wasserdichtigkeit herzustellen.


Soll ein wasserdichter Abschluss hergestellt werden (z.B. Dachgullys, Wandanschlüsse oder Rinenenhangbleche), ist der Universalkleber U-1 einzusetzen.

Der Klebstoff ist lösungsmittelfrei, dauerlastisch, temperatur- und UV-beständig und kann auf allen Untergründen eingesetzt werden.

Die günstigste und schnellste Verklebung erfolgt auf Holz (OSB, Profilholz, Rauspund) mit dem W-1, welches nicht versiegelt (maximal grundiert) ist. Mit dem Flächenkleber W-1 nur den Untergrund einstreichen, die Bahn in den nassen Kleber legen. Der Klebstoff kann durch das Holz durchtrocknen. Das s.g. Nassklebeverfahren funktioniert nur mit dem Flächenkleber W-1.


Daneben kann der Flächenkleber W-1 auch im Kontaktklebeverfahren eingesetzt werden, z.B. wenn die Dachbahn eine Wand hoch- oder auf ein Rinneneinhangblech geklebt werden muss.

In solchen Fällen Untergrund und Dachbahn mit Klebstoff bestreichen, vollständig ablüften lassen (ca. 5-30 Minuten - länger ist unkritisch - Kleber wird transparent), Dachbahn aufbringen und andrücken. Jetzt klebt die Bahn sofort.

Die lösungsmittelhaltigen Flächenkleber L-1 und L-1s können auf allen, gegen die Lösungsmittel beständigen Untergründe eingesetzt werden. Das Klebeverfahren ist zwingend ein s.g. Kontaktklebeverfahren, bei dem der Flächenkleber auf den trocknen Untergrund und die trockene Bahn aufgebracht wird, vollständig ablüften muss (5-15 Minuten bis der Kleber trocken ist - längeres Ablüften schadet nicht) und anschließend die Bahn aufgebracht und mit einem Besen angedrückt wird.


Typische Untergründe sind Holz, Blech, Beton, Bitumen sowie Dämmungen aus Mineralwolle oder PU (PUR/PIR).

Nicht einsetzbar ist der Flächenkleber z.B. bei EPS oder XPS Dämmungen.

Das kleine "s" steht für SPRÜHbar.


Grundsätzlich sind beide Flächenkleber lösungsmittelhaltig und nur als Kontaktkleber (beidseitiger Auftrag) und auf beständigen Untergründen einsetzbar.


Lediglich die Methode des Klebstoffauftrages weicht ab:

L-1 wird auf die Flächen gegossen und mit einer Walze verteilt

L-1s ist sprühbar und kann direkt aufgesprüht werden

Hauptaufgabe des Universalklebers ist der wasserdicht Abschluss an Bereichen, wo konstruktiv keine Wasserdichtigkeit hergestellt werden kann. Dies kann z.B. an einem Rinneneinhangblech des Fall sein.


Der Universalkleber U-1 klebt und dichtet zugleich - im Gegensatz zu den Flächenklebern, die nur die Dachbahn sichern, aber nicht abdichten sollen.

Der Universalkleber U-1 klebt auf allen Untergründen: Holz, Beton, Bitumen, anderen Kunststoffen, Metall und selbstverständlich auf EPDM.


In der Regel wird bis ca. 4-5cm vor dem Rand der Dachbahn ein Flächenkleber verwendet. Ca. 2cm vom Rand der Dachbahn nach innen wird eine Raupe des Unversalklebers gesetzt und mit einer kleinen Walze so eingeebnet, dass am Rand der Dachbahn sichtbar Klebstoff austritt.

Der Klebstoff "härtet" mit Unterstützung von Luftfeuchtigkeit aus und ist lösungsmittelfrei. Tipp: Ziehen Sie bei der Anwendung Einweghandschuhe an ;)